angelehnt an Anne-Marie Fontaine „Aménager les espaces de jeu des tout-petits“ , Edition Duval, 2021
Anne-Marie Fontaine verwendet in ihrem Buch „Aménager les espaces de jeu des tout-petits“ die Leuchtturm-Metapher, um verschiedene Rollen von ErzieherInnen im freien Spiel in der Crèche zu beschreiben.
Diese Metapher ist sehr anschaulich und soll verdeutlichen, wie die Präsenz von Erwachsenen Kinder im Spiel begleiten und beeinflussen kann – ohne das Spiel zu dominieren.

In ihrem Buch differenziert A.-M. Fontaine unter anderem zwischen folgenden Formen der pädagogischen Präsenz:
eingeschalteter Leuchtturm —-> Aufmerksame, präsente Begleitung
ausgeschalteter Leuchtturm —-> Abwesende oder unaufmerksame Begleitung
Gruppe von Leuchttürmen —-> Präsenz mehrerer Fachkräfte, gemeinsamer Fokus ist reduziert, z.B. auf einen Raumbereich
blendender Leuchtturm —-> Überdominante, kontrollierende Fachkraft
Die Entwicklung begleiten, beobachten, durch aufmerksame Präsenz fördern –> dies fördert das Vertrauen des Kindes in sich selbst, in seine Erfahrungen und das Wissen, dass es immer jemanden hat, der ihm helfen kann, wenn es Schwierigkeiten hat
–> dies unterstützt die Entwicklung emotionaler Sicherheit
Manche Teams übertragen diese Wege dann einer Kollegin, die man „Möwen“ nennen könnte, passend zum Thema Küste und Meer.
Möwen fliegen langsam und setzen sich zwischen ihren Flügen immer wieder hin.
Mit den Rollen des „eingeschalteten Leuchtturms“ und der „Möwe“ können Situationen unterschiedlich gestaltet werden, z.B.:
-> Freispiel, geleitete Aktivitäten etc.:
-> Transitionsmomente, oder wenn mehrere Kinder individuell etwas brauchen, etc.:
Eine Erzieherin sitzt in der Mitte des Raumes, sie sitzt neben einer Parkgarage, an der zwei Kinder im Alter von 2 – 2,6 Jahren spielen.
Ein Kind kommt dazu, klettert auf den Schoss der Erzieherin, diese spricht kurz mit dem Kind, dann beobachten beide das Spiel der anderen Kinder an der Parkgarage.
Ein weiteres Kind kommt mit ein paar Legosteinen, setzt sich dazu, zeigt der Erzieherin, was es gebaut hat, baut dann weiter.
Ein Telefon klingelt – die „mobile“ Erzieherin hebt ab. Regelt das Gespräch. Sie geht mit einem Kind die Windel wechseln, kommt wieder und beginnt, das Frühstück vorzubereiten.
Am Tisch sitzen 5 Kinder und eine Erzieherin (1). An einem anderen Tisch sitzen weitere Kinder. Die Kinder und die Erzieherin essen und unterhalten sich.
Eine Erzieherin (2) steht am Chariot, sie verteilt Wasser und Essen, reicht eine Gabel nach, die vergessen wurde.
Ein Kind muss auf Toilette, die Erzieherin (2) geht mit dem Kind auf die Toilette. Die Erzieherin (1) kümmert sich weiter um die Kinder an den beiden Tischen.
