Beobachtung & Reflexion

Gebrauchsanweisung
Das folgende Dokument kann pädagogische Teams dabei unterstützen, Beobachtungen anhand der aufgeführten Punkte in der Tabelle gemeinsam zu reflektieren und zu analysieren.
Ein zentrales Ziel beim Ausfüllen der Tabelle ist es, den Blick auf das Verhalten des Kindes zu richten und gemeinsam zu überlegen, in welchen Situationen bzw. in welchem Kontext dieses Verhalten entsteht und um welche Bedürfnisse es gehen kann.
Im gemeinsamen Austausch ergeben sich häufig bereits erste Ideen sowie mögliche Anpassungen des Kontextes, die die Bedürfnisse des Kindes unterstützen.
Die Ergebnisse können sowohl als Grundlage für erste Überlegungen zu neuen Zielen der pädagogischen Begleitung als auch als Basis für den PI (das individuelle Projekt des Kindes/ Projet individuel de l’enfant) genutzt werden.

Der Wut-Kessel unterstützt Kinder und Teams dabei, Auslöser für Wut zu erkennen, Gefühle und Verhalten zu unterscheiden und Strategien für den Umgang mit starken Emotionen zu entwickeln. Die Methode eignet sich zur Prävention und Reflexion nach belastenden Situationen und stärkt eine gemeinsame pädagogische Haltung.

Diese Methode lässt sich sowohl im Team als auch mit Kindern einsetzen.
In einem Team kann sie dafür genutzt werden, Trigger zu benennen, die die Gruppenkohäsion stören und Zusammenarbeit erschweren, sowie eine gemeinsame pädagogische Haltung verhindern. Ein Beispiel wäre, wenn KollegInnen sich nicht an abgesprochene Reaktionen gegenüber einem Kind halten.
Mit Kindern kann man diese Methode nutzen, um beispielsweise das Thema groβe Gefühle spielerisch anzugehen. Sie hilft dem Team, die Kinder besser kennenzulernen und zu verstehen. Zudem kann man den Kindern viel über den Umgang mit unangenehmen Gefühlen pädagogisch beibringen und die Kinder somit in ihrer Emotionsregulation stärken.
Wichtig: Es ist nicht vorgesehen, diese Methode in einer akuten Krise zu nutzen! Sie eignet sich vielmehr zur Prävention oder zum Nacharbeiten von Krisen und belastenden Situationen.
Besonders hilfreich sind dabei die drei Schritte: Im ersten Schritt können individuelle Trigger (Holzscheite) benannt werden, ohne in die Emotion einzusteigen. Im zweiten Schritt geht es darum, mögliche “Löschmittel” zu sammeln, aber nicht darum, die Wut auszulöschen, da sie ein wichtiges Gefühl ist, das auch sein darf. Es ist wichtig den Unterschied zwischen Gefühlen und dem Verhalten zu machen: Manche Verhaltensweisen sind in Ordnung, andere müssen gebremst oder gestoppt werden.
Als dritten Schritt kann man überlegen, welche “Gegenmittel” es für jeden gibt, um den Kessel abkühlen zu lassen oder präventiv nicht aufkochen zu lassen. Die Idee ist auch, dass diese Ressourcen im Alltag geübt und genutzt werden können. So können sie in Wutsituationen leichter abgerufen und genutzt werden und die Regulationsfähigkeit wird langfristig gestärkt.
(Möglicher) Ablauf
Das Bild der Schafe ist eine visuelle Reflexionsmethode, die Teams dabei unterstützt, die eigene Position in der Begleitung eines Kindes sichtbar zu machen. Mithilfe einer Spielfigur zeigen die Teilnehmenden, wo sie sich selbst sehen. Anschließend werden unterschiedliche Perspektiven und Wahrnehmungen geteilt und gemeinsam reflektiert.

Für die Durchführung werden das Bild „Schafe“ sowie kleine Spielfiguren, Steinchen oder andere geeignete Gegenstände benötigt. Jede Fachkraft erhält eine Spielfigur und positioniert sie entsprechend der eigenen Einschätzung und der jeweiligen Fragestellung.
Das Bild mit den Schafen dient als Ausgangspunkt für einen gemeinsamen Teammoment, in dem Fachkräfte die Möglichkeit erhalten, ihre aktuelle Begleitung eines Kindes in der SEA reflektieren und sichtbar machen können. Durch die visuelle Darstellung werden unterschiedliche Perspektiven und Wahrnehmungen im Team sichtbar und können gemeinsam betrachtet und besprochen werden.
Mögliche Fragestellungen sind:
Anschließend bekommt jede Fachkraft die Möglichkeit, im Plenum bzw. in einer offenen Runde zu erläutern, warum sie sich für diese Position entschieden hat. Dabei können die Beweggründe für die gewählte Position sowie persönliche Wahrnehmungen und Erfahrungen miteinander geteilt werden.
Im Austausch im Plenum bzw. in der offenen Runde können auch mögliche Bedürfnisse des Teams sichtbar werden. Diese können während der Diskussion schriftlich festgehalten und am Ende nochmals aufgegriffen, gemeinsam benannt und weiter besprochen werden.
Die Idee und die obige Abbildung der Schafe lassen sich finden unter: Heykes, K. (o.D.):
Die Sheep Scale – ein amüsanter Start in Ihr Meeting! (online). URL: https://heykes-karstens.de/home/aktuell/check-in-sheep-scale/ (zuletzt aufgerufen am 09.06.2026).
Der Heißluftballon ist ein kreatives Tool für die Arbeit mit Teams. Anhand von Ballon, Auftrieb und Ballast werden Ziele, das, was ein Team voranbringt, und mögliche Hindernisse sichtbar gemacht. Ziel ist es, Klarheit zu schaffen, Chancen und Herausforderungen zu erkennen und gemeinsam konkrete Schritte abzuleiten.
Der Heißluftballon ist ein anschauliches und vielseitig einsetzbares Coaching-Tool für Teams und auch Einzelpersonen. Er unterstützt dabei, Ziele, Ressourcen und Herausforderungen sichtbar zu machen und gemeinsam auf komplexe Situationen zu schauen und darüber nachzudenken.
Im Zentrum steht der Ballon als Symbol für das Ziel oder die gewünschte Entwicklung. Faktoren, die den Ballon aufsteigen lassen – wie Stärken, Fähigkeiten oder unterstützende Rahmenbedingungen – stehen für den Auftrieb. Fragen wie „Was funktioniert?“ oder „Was machen wir weiter?“ helfen Teams, den Blick auf das zu richten, was bereits gut läuft, und diese Dinge bewusst sichtbar zu machen.Neuigkeiten, die das ganze Team betreffen, oder erste mögliche Adaptationen werden unter „Was muss angepasst werden?“ oder „Was gibt es Neues?“ gesammelt.
Hindernisse, Belastungen oder Unsicherheiten wirken als Ballast, der den Aufstieg erschwert oder sogar verhindert. Die Frage „Wo setzen wir einen Stop?“ kann dabei helfen, Belastendes bewusst zu benennen und loszulassen. Letztlich richtet sich die Frage „Was können wir dafür tun?“, bildlich gesprochen wie die Flamme, die den Ballon nach oben bringt, den Fokus auf konkrete nächste Schritte.
In der Praxis wird der Ballon auf Papier, einer Pinnwand oder einem Whiteboard visualisiert. Einzelpersonen oder Teams sammeln zunächst Gedanken zu den verschiedenen Bereichen. Anschließend werden die Ergebnisse gemeinsam besprochen, um unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, neue Sichtweisen zu gewinnen und ein gemeinsames Verständnis der Situation zu entwickeln.
Der Heißluftballon eignet sich für unterschiedliche Kontexte – von persönlicher Reflexion über Teamprozesse bis hin zur pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Er lädt zum Austausch ein, schafft Orientierung und unterstützt dabei, Entwicklungsprozesse strukturiert und gemeinsam zu gestalten.
Eine ähnliche Beschreibung des Tools findet sich, mit etwas anderen Fragen, beispielsweise bei: Thonet, C. (2022): Agile Meetings und Workshops. Ein Arbeitsbuch. München: Verlag Franz Vahlen. S.230-232.
Visualisierung
